Interview mit Dr. Michael Kerkloh in der Passauer Neue Presse

Die PNP hat ein Interview veröffentlicht mit Dr. Michael Kerkloh. Mal wieder wurden die im aktuellen Gutachten genannte Punkte breitgetreten. „Jobmaschine“, usw.

Seriöse Prognosen gehen von möglichen Passagierzahlen im Jahr 2025 am Flughafen München von rund 58 Millionen aus. Um die bewältigen zu können, brauchen wir die 3. Start- und Landebahn.

Mit dem Zwei-Bahnensystem sind diese Zahlen machbar. Wenn der Flughafen effizienter gemanaged (siehe mein anderer Artikel) wird sicher sogar etwas mehr.

Zudem würde die Bedeutung des Flughafens als wichtiges europäisches Drehkreuz des Luftverkehrs sinken.

München war nie als internationaler Hub geplant, die gesamte Anbindung ans Umland ist nicht darauf ausgerichtet. Ganz anders als Berlin Brandenburg International welches 2012 eröffnet wird. Mit BBI vervierfacht sich die Kapazität in Berlin und das wird München sicher zu spüren bekommen (komisch dass das im Gutachten nicht erwähnt wird: 14% der Abflüge aus Berlin gehen im Moment nach München und der Großteil wird ab 2012 sicher nicht mehr hierher kommen!). Daher…

Ich hoffe, dass Ende dieses Jahres der Planfeststellungsbeschluss erlassen wird. Damit wäre ein Sofortvollzug verbunden, der aber sicher nochmals gerichtlich angefochten und damit nochmals überprüft würde. Das aber würde innerhalb eines Jahres geschehen, so dass ein Baubeginn Anfang 2012 möglich wäre. Zwei Jahre später könnte dann die 4000 Meter lange neue Startbahn fertig sein.

2012 wird BBI eröffnet – ist die 3. Bahn die Flucht nach Vorne?

Um die für 2025 prognostizierten möglichen 57 Millionen Passagiere zu bewältigen, werden also im Vergleich zu heute direkt und indirekt bis zu 50 000 zusätzliche Kräfte notwendig. Wird die 3. Start- und Landebahn nicht gebaut, wird es die nicht geben. Zudem würde die Bedeutung des Flughafens als wichtiges europäisches Drehkreuz des Luftverkehrs sinken. Und das hätte Nachteile für die Standortqualität ganz Bayerns. Das Land geriete aus dem Fokus vieler Investoren aber auch Normal-Reisender in aller Welt, was sich negativ auf die Wirtschaft auswirken würde.

57 Mio. Passagieren gehen mit 2 Bahnen – andere Flughäfen haben das bewiesen. Dazu kommt das wir keine weitere Billigjobs für €3,57 die Stunde bauchen. Auch vor der Eröffnung des Flughafens lag die Arbeitslosenquote auf dem heutigen Niveau.

Quelle: Passauer Neue Presse

Schwarz-gelbe Koalition plant eine „ökologischen Luftverkehrsabgabe“

Ab 2011 sollen Fluggesellschaften mit einer „Ökosteuer“ einen Beitrag liefern den Staatsschuld abzubauen. Die kommende CO² Steuer der EU wird somit vorgezogen. Dies sieht der neuen Sparkatalog der Regierung vor.

Es sollen von 2011-2014 mind. eine Milliarde Euro in den Staatskassen fließen. Ein Flugticket wird sich hierdurch um ca. €14 verteuern.

Hubs in Deutschland werden hiermit weniger interessant (warum LH wohl in Zürich vorgesorgt hat durch die Übernahme der Swiss?) – ein Grund mehr die 3. Startbahn nicht zu bauen!

Wenn dann noch diese Steuer zusätzlich zu der EU-CO² Steuer bleibt (wie das immer so ist mit „temporären Steuerabgaben“ – siehe Soli), dann wird es sicher keine 3. Bahn in München mehr brauchen.

Es zeigt sich jetzt schon ab wie überholt das „aktualisierte“ Gutachten schon wieder ist!

Quelle: Ariva.de

Einwendungen gegen neues Gutachten

Die FMG hat ein neues Gutachten zum Bedarf der 3. Startbahn erstellen lassen. Ein weitere Versuch den Bedarf einer dritten Bahn mit Zahlendrehern zu rechtfertigen.

Gegen dieses Gutachten müssen jetzt massiv Einwendungen gesammelt werden. aufgeMUCkt informiert hierüber auf deren Website.

Jetzt geht es in einer entscheidenden Phase. Einwendungen gegen dieses Gutachten können bis zum 26. Mai abgegeben werden.

Wir werden demnächst auch in Attenkirchen aktiv werden um möglichst viele Unterschriften zu sammeln. Mehr dazu später.

Regierung von Oberbayern ordnet neues Gutachten für Luftverkehrsprognose an

Gute Nachrichten für den nördlichen Landkreis. Zitiert aus dem Freisinger Tagblatt vom 14.11.2008 (Link).

Einen Teilerfolg errangen gestern Nachmittag im Erörterungsverfahren im Ballhausforum in Unterschleißheim die Gegner der dritten Start- und Landebahn für den Moos-Airport.

Auf Antrag von Rechtsanwalt Joachim Krauß entschied die Regierung von Oberbayern, dass ein neues Qualitätssicherungs-Gutachten zur Luftverkehrsprognose 2020 erstellt werden soll.

In der Begründung verwies Krauß auf die „völlig veralteten Zahlen“ in der bereits 2004 erstellten Luftverkehrsprognose. Nicht berücksichtigt sei die Entwicklung der Kerosinpreise. Der Emissionshandel, der das Fliegen teurer mache, die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise und der Wegfall des Transrapids, der in dem ersten Gutachten noch eine Rolle gespielt habe, seien weitere Faktoren. „Das muss berücksichtigt werden. Die Realität hat sich gravierend geändert“, so Krauß. Die TU Hamburg soll nun beauftragt werden, das Gutachten zu erstellen.

Den Schlagabtausch der Experten eröffnete am Vormittag Dieter Faulenbach da Costa, der von der Schutzgemeinschaft Erding-Nord, Freising und Umgebung beauftragte Gutachter. Er führte an, dass die planbaren Kapazitäten des Flughafens nicht ermittelt worden seien. „Es wird nur mit dem dringenden Ausbaubedarf argumentiert“, so der Experte. Wenn Verspätungen bis zu 15 Minuten statt der in den Gutachten erwähnten vier Minuten zugelassen würden, könnte die Kapazität der vorhandenen zwei Bahnen erhöht werden.

Walter Vill, Geschäftsführer der Flughafen München GmbH (FMG), erläuterte, dass bereits 20 Prozent der Flüge schon über 15 Minuten verspätet seien. „Das ist kritisch. Die Flüge müssen innerhalb eines bestimmten Zeitraums abgewickelt sein. Das System auf beliebige Verspätungen auszulegen wäre eine Fehlplanung“, so Vill.

In diesem Fall sei das Risiko für die Fluggesellschaften nicht mehr kalkulierbar, Verspätungen seien teuer und das ganze System sei dadurch nachhaltig gestört.

Der frühere Chef der Deutschen Flugsicherung, Dieter Flatau, sprach für die Startb ahngegner. Er nannte die dritte Bahn einen zu hohen Preis für nur 30 Flüge pro Stunde mehr. Mit 4000 Metern sei sie unnötig lang. Großflugzeuge könnten auf den vorhandenen Bahnen landen. Eine 2500 Meter lange Bahn sei ausreichend. „Die geplante Nordbahn ist das Unsinnigste, was angelegt werden kann. Das bedeutet im ungünstigen Fall 20 Minuten Rollzeit bis zum Start. Die Bahn müsste sinnvoll im Süden gebaut werden, weil der meiste Flugverkehr aus dieser Richtung komm“, so Flatau.

Der Landtagsabgeordnete Christian Magerl (Grüne), der als Zuhörer vor Ort war, hält die Argumentation für gefährlich: „Unser Ziel muss es sein, die Planung der FMG zu Fall zu bringen. Von einer Südbahn wären Schwaig, Reisen und Langengeisling betroffen. Das kann es nicht sein.“